Die latente Azidose – oder die ständige Übersäuerung!

Es geht dabei um alle Prozesse im Körper, die Einfluss auf den Stoffwechsel und die Regulation von Säuren und Basen ausüben. Allein der ph-Wert im Blut darf sich nur innerhalb einer engen Grenze, zwischen 7,35 und 7,45 bewegen. Um dies zu gewährleisten, hat der Körper verschiedene Puffersysteme.

Stress, Gärung und Fäulnis mit einer Dysbiose im Darm und eine stark eiweißhaltige Ernährungsweise können sehr schnell ein Ungleichgewicht in unserem Säuren-Basen-Haushalt verursachen. Wenn noch eine schlechte Nierenfunktionsleistung hinzu kommt (oft im Alter), dann gerät diese Säureregulation rasch aus dem Gleichgewicht. So muss eine “Umschichtung” bzw. Deponierung in das umliegende Gewebe (extrazelluläre Matrix) erfolgen. Die Auswirkungen können dann sehr unterschiedlich sein und reichen schlimmstenfalls bis zum Herzinfarkt oder anderen schweren Erkrankungen. Der eine hat einen erhöhten Blutdruck, beim anderen entwickelt sich aus der Übersäuerung ein krankhaft veränderter Darm mit der Folge einer Allergie, oder es entwickelt sich ein chronischer Schmerzzustand in Muskeln, Gewebe oder Gelenken – eine sogenannte Matrixverdichtung kann ebenso eine Arthrose verursachen. ‘Auch kann das vegetative Nervensystem betroffen sein – die Nerven liegen blank, vegetative Dystonie und Burnout sind die Folge, kalte Hände, kalte Füße, rasche Ermüdbarkeit können alles Zeichen einer latenten Übersäuerung sein. Ebenso eine rasch voranschreitende Osteoporose kann seinen Ursprung in der Übersäuerung haben.

Die Therapie bzw. oft die Eigentherapie ist leider meist verkehrt – es gibt ja überall Basenmittel … also versucht man´s selbst …

Anorganische Basenmittel direkt zum Essen genommen verschlimmern die Situation, sie werden schwer aufgenommen und neutralisieren die Magensäure, die bei der Verdauung eine wichtige Rolle spielt. Oft haben wir ja aber gerade im Alter einen Säurenmangel im Verdauungstrakt, einen Mangel an Enzymen und damit Schwierigkeiten zu verdauen.

Die Mineralien, die intrazellulär benötigt werden, wie Kalium und Magnesium müssen auch in der Zelle ankommen und nach einer extrazellulären Entsäuerung gegeben werden. Die Max Gerson-Therapie, aber auch Ärzte wie Dr. Simoncini, Rom, etc. stellten fest, dass eine intrazelluläre Entsäuerung mit Kalium und Magnesium in ihrer natürlichen Form gegeben, schwere Erkrankungen aufhalten kann. Ein wichtiges Thema!

Wer seinen Urin testen will, muss dies über den ganzen Tag tun: das Ziel ist ein ph-Tagesprofil mit morgendlich saurem Urin (6,5 bis 7), der im Verlauf des Tages alkalischer wird und er abends wieder deutlich im sauren Bereich liegt (ca. 5,5). So muss die Dosierung bei der Wahl der Mittel auf dieses Ziel angepasst werden.

Gerade in der naturheilkundlichen Behandlung schwerer Erkrankungen stellt das Thema der schrittweisen Balancierung des Säure-Basen-Gleichgewichtes einen wichtigen Meilenstein in der Therapie dar und ist die Grundlage für eine Veränderung im Gewebe, ja bis in die Zellen. Eine grundlegende Milieu-Sanierung und Umstimmung kann also entscheidend sein, ob eine Erkrankung ausbricht und ist daher präventiv wichtig und wertvoll.

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