Neurologische Erkrankungen

Neurologische Erkrankungen ganzheitlich betrachten – Wege der Naturheilkunde

Neurologische Erkrankungen wie Multiple Sklerose (MS), Polyneuropathien, chronische Erschöpfungssyndrome oder unspezifische neurologische Beschwerden sind komplexe Krankheitsbilder, die für Betroffene eine starke Belastung darstellen. Sie entstehen durch ein Zusammenspiel aus genetischen, immunologischen, umweltbezogenen und biochemischen Faktoren. In der Naturheilpraxis eröffnet sich daneben ein breiter Blick auf systemische Zusammenhänge, die ergänzend zur schulmedizinischen Diagnostik hilfreich sein können.

Entzündungen als gemeinsamer Nenner

Viele neurologische Erkrankungen gehen mit entzündlichen Prozessen im Nervensystem einher. Dauerhafte stille Entzündungen können durch unterschiedliche Faktoren begünstigt werden – darunter unverträgliche Lebensmittel, oxidativer Stress, Darmdysbalancen oder Belastungen des Immunsystems.
Die naturheilkundliche Arbeit setzt hier häufig auf eine Regulierung der Immun- und Entzündungsbalance,
z. B. über:

antientzündliche Ernährung

Stabilisierung des Mikrobioms

Optimierung des antioxidativen Status

Stressregulation und Schlafhygiene

So kann der Organismus wieder mehr in Richtung Entlastung und Selbstregulation finden.

Als Labormarker werden von mir auch nitrosativer und oxidativer Stress geprüft, ebenso Hinweise auf Schwermetallbelastungen und bakterielle Belastungen oder vorangegangene virale Erkrankungen.

Parasitäre und mikrobielle Belastungen – ein naturheilkundlicher Blick

In einigen naturheilkundlichen Modellen wird diskutiert, dass chronische Belastungen durch Parasiten, Pilze oder bestimmte Bakterien das Immunsystem dauerhaft fordern und damit indirekt neurologische Beschwerden beeinflussen können.
Dieser Bereich wird in der komplementären Medizin als möglicher zusätzlicher Stressor für Immunsystem und Stoffwechsel berücksichtigt.

Im Zentrum steht dabei weniger der Nachweis einzelner Mikroorganismen, sondern die Frage, ob der Körper insgesamt Zeichen einer Überlastung oder Dysregulation zeigt – und wie man seine Regulation unterstützen kann.

MS: Eine Erkrankung mit vielen Facetten

Multiple Sklerose ist eine chronisch-entzündliche Erkrankung des zentralen Nervensystems. Die Symptome können sehr unterschiedlich sein:

  • Müdigkeit und Erschöpfung (Fatigue)
  • Sensibilitätsstörungen
  • Muskelschwäche oder Spastik
  • Gleichgewichtsprobleme
  • Stimmungsschwankungen oder innerer Stress

In der naturheilkundlichen Sicht stehen drei Ebenen im Vordergrund: Entzündung, Nervenregeneration und Stressregulation.

1. Entzündungshemmung von innen

Kräuter und Nahrungsmittel können Prozesse im Körper sanft beeinflussen.
Bewährt haben sich u. a.:

Kurkuma, Ingwer & Weihrauch als natürliche Entzündungshemmer

Omega-3-Fettsäuren für Nerven und Immunsystem

polyphenolreiche Ernährung (Beeren, Grünes, Gewürze)

Sie ersetzen keine schulmedizinische Therapie, können sie aber sinnvoll ergänzen.

2. Nerven unterstützen & schützen

Das Nervensystem reagiert besonders sensibel auf Nährstoffe und Rhythmus.
Naturheilkundlich bewährt sind:

B-Vitamine, besonders B1, B6, B12

Magnesium zur Entspannung

Ginkgo zur Mikrozirkulation

Löwenzahn, Brennnessel, Mariendistel zur Entlastung des Stoffwechsels

Auch sanfte Verfahren wie Akupunktur, Schröpfen oder manuelle Techniken können Verspannungen lösen und die Durchblutung fördern.

3. Stress & Emotionen – ein zentraler Schlüssel

MS-Schübe und viele neurologische Symptome stehen erkennbar unter dem Einfluss von Stress.
Hier helfen:

Atemtherapie (der Atem als Regler des Nervensystems)

pflanzliche Nerventonika wie Passionsblume, Melisse, Lavendel

Achtsamkeit, Rituale, Ruhephasen

somatische Übungen zur Zentrierung

Die Naturheilkunde sieht das Nervensystem als feines Wahrnehmungsorgan – je stabiler der innere Boden, desto leichter kann der Körper regulieren.

4. Die Rolle der Lebensweise

Warme Mahlzeiten, regelmäßiger Schlaf, moderate Bewegung und ein freundlicher Umgang mit den eigenen Grenzen wirken wie tägliche Medizin. Naturheilkunde bedeutet oft: den Körper erinnern, wie Gesundheit sich anfühlt.

Zwischenfazit

Neurologische Erkrankungen – und besonders MS – brauchen ein ganzheitliches Verständnis. Die Naturheilkunde kann keine Wunder versprechen, aber sie kann Stabilität, Entlastung und sanfte Wege zur Selbstregulation schenken.

Sie begleitet Menschen dabei, wieder mehr Zugang zu Kraft, Klarheit und Lebensqualität zu finden – Schritt für Schritt, im eigenen Tempo.

Weitere mögliche Einflussfaktoren, die in der Naturheilkunde berücksichtigt werden

Die Ursachen neurologischer Beschwerden sind selten eindimensional. In einer ganzheitlichen Betrachtung fließen daher oft mehrere Aspekte ein:

Mikronährstoffstatus (z. B. B-Vitamine, Omega-3, Vitamin D, Aminosäuren)

Mitochondriale Belastungen und Erschöpfung des Energiestoffwechsels

Schwermetall- oder Umweltbelastungen

Hormonelle Dysbalancen

Darm-Hirn-Achse (Bedeutung von Darmflora und Barrierefunktion)

Stress- und Traumareaktionen des Nervensystems

Viele dieser Faktoren stehen in Wechselwirkung miteinander und können die Reizverarbeitung, Konzentration, Stimmung und körperliche Energie spürbar beeinflussen.

Ganzheitliche Unterstützung – individuell und ressourcenorientiert

In der Naturheilpraxis Krenn steht nicht die Krankheit im Mittelpunkt, sondern der Mensch mit seiner gesamten Lebensgeschichte. Das Ziel ist es, Regulationsblockaden zu erkennen, entzündliche Prozesse zu beruhigen und das Nervensystem zu entlasten.

Mögliche naturheilkundliche Ansätze – je nach individueller Situation – umfassen:

Ernährungs- und Mikrobiomregulation

antioxidative und stoffwechselunterstützende Maßnahmen

Stärkung der Nervenfunktion durch Mikronährstoffe

Stress- und Nervensystemregulation (Somatik, Atem, Entspannung)

Ausleitungskonzepte oder mikrobiologische Therapien (auf Basis differenzierter Diagnostik)

Hier geht es nicht um schnelle Lösungen, sondern um eine sanfte, nachhaltige Unterstützung des gesamten Organismus.

Fazit

Neurologische Erkrankungen sind vielschichtig und erfordern eine ganzheitliche Sichtweise. Die Naturheilkunde versteht sich dabei als ergänzende Perspektive, die entzündliche Prozesse, Umweltfaktoren, Darmgesundheit, Stressregulation und naturheilkundlich diskutierte Belastungen berücksichtigt.
Ziel ist es, dem Körper wieder mehr Raum für Balance, Kraft und Selbstregulation zu geben.